Sonntag, 11. März 2012

Streifzüge durch Christchurch: Kultur Teil 1

Wenn man eine Fahrradtour plant, die man die ersten Tage nicht durchführen kann, bleibt logischerweise einiges an Zeit. Die vertrödel ich zwar auch, führt aber sogar dazu, dass ich mich mit der Kultur und (kurz zurückliegenden) Geschichte der Stadt beschäftige.

In Christchurch gab es vor ca. einem Jahr ein starkes Erdbeben (gefolgt von einigen Nachbeben), wodurch die Stadt stark zertrümmert wurde und auch immer noch ist:























Betroffen ist das Zentrum der Stadt, Geschäfte und Einkaufsstraßen (was wahrscheinlich einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Teil der Stadt ausmacht), Tourismus (Rückgang des Bettenangebots von 6000 auf 2000) und eines der Wahrzeichen der Stadt: die Kathedrale.
Leider kann man nichtmal die Ruinen dieses Bauwerks betrachten, da der vom Erdbeben zerstörte Teil komplett abgeriegelt und eingezäunt wurde ("Red Zone"). Überall stehen Schilder ("Extreme Danger - Keep out") und Warnkegel. Also kein Reinkommen. Was man allerdings mitbekommt, ist, dass es hier ziemliche Interessenkonflikte zwischen Stadt und Einwohnern bzgl. des Wiederaufbaus zu geben scheint, was folgende Briefe und Plakate rüberbringen:



"This building has HEART - OURS"
















"Stop heritage destruction - Save, restore, strengthen - the heart an soul of Christchurch - our Cathedral"














Aber es gibt Versuche, wieder Leben in die Stadt einzuhauchen. Damit die Menschen wieder in die Stadt kommen, wurde das Projekt "Re:Start" ins Leben gerufen. Dabei werden die zerstörten Geschäfte in Schiffscontainer verlagert, was wieder Menschen in die Stadt ziehen soll. Das sieht dann so aus:
























Ziemlich krasse Idee. Trotzdem sind die Straßen gespenstisch leer ("Geisterstadt"). Und die wenigen Menschen, die man trifft, haben auch keine Lust auf Einkaufen, sondern schauen sich eher fassungslos die Trümmer an.
Bleibt nur, Christchurch einen schnellen Aufschwung zu wünschen...

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