Dienstag, 15. Mai 2012

Im Ziel: Russell

Tag 26: Whangarei - Russell

Distanz: 89 km (gesamt: 2.159 km)
Bruttozeit: 7:00

Der Morgen startet in Whangarei mit einem schönen Frühstück in der Sonne.




Dabei habe ich Glück mit dem Wetter, denn für heute war Regen angesagt.
10 Uhr sitze ich auf dem Fahrrad, es geht bergig los, bis ich auf der S1 Richtung Cape Reinga (=Norden) bin. Die Strecke fährt sich recht angenehm, doch was sich da am Himmel abzeichnet, sieht gar nicht gut aus.




Scheint der Wetterbericht also doch Recht zu behalten? Teils, teils. Denn es regnet zwar wenige Minuten später in Strömen, doch hält dieser nur zehn Minuten an, bevor der Himmel wieder blau wird und die Sonne rauskommt. Die Gelegenheit nutze ich und nehme in Hukerenui mein Mittagessen, bestehend aus Sandwich und drei Spiegeleiern ein.




Die Pause tat gut. Mit neuen Kräften mache ich mich auf Richtung Opua, wo mich die Fähre zunächst nach Okiato und dann nach Russell bringt. Diese Abkürzung habe ich heute früh noch gefunden, ursprünglich wollte ich bis Paihia und dann nach Russell fahren (auch per Fähre), was einige Kilometer weiter ist.

Das Wetter macht zwischendurch wieder was es will, die Bedienung beim Mittag hat es richtig ausgedrückt: Man kann hier alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben.
Es wird bei strömendem Regen nochmal hügelig, doch dann sehe ich endlich das Wasser (was für mich gleichbedeutend mit "Land sehen" ist...;-) )




Ich erreiche die Fähre in Opua und bin happy, gleich da zu sein.




Nach Ankunft der Fähre bin ich in Okiato, der ersten Hauptstadt Neuseelands (später Auckland und jetzt Wellington). Es wird nochmal ganz schön bergig und wie ich es erkennen kann, besteht ganz Russell aus Steigungen, Also sind die 6 km bis zum Zentrum (und dem einzigen Supermarkt) auch nicht gerade leicht. Trotzdem fahre ich zunächst zur Unterkunft, der Wainui Lodge, ein 93%-Hostel.
Und es sieht super aus!





Der Inhaber Ron ist gerade nicht da, ermutigt mich aber dazu, es mir schon mal bequem zu machen. Das mache ich dahingehend, dass ich meine Taschen hier lasse, um mich gleich nochmal 6 km ins Zentrum zu begeben.




Die Strecke hat zwei größere Hügel, die mich ganz schön schlauchen. In Gedanken ärgert es mich, dass ich mich blind auf das Rating verlassen habe, ohne auf die Distanz zur Fähre zur achten, denn zu dieser muss ich die nächsten drei Tage durch meine gebuchten Touren täglich! Dies würde bedeuten, jeden Tag nochmal die Strecke hin- und zurück zu fahren. Ich bin sauer auf mich selbst und überlege, vielleicht das Hostel nochmal umzubuchen!?

Aber zunächst erst einmal einkaufen. Ich richte mich mit dem Essen für drei Tage ein und plane, in dem Hostel zu bleiben. Dann muss ich eben jeden Tag die Strecke fahren. Gerechte Strafe.
Es geht zurück und ich komme im Dunkeln im Hostel an.

Ron ist inzwischen wieder da. Er ist Mitte siebzig und außerordentlich nett. Und das beste: Als ich ihm erzähle, dass ich für morgen eine Tour zum Cape Reinga gebucht habe, sagt er, dass er mich früh fährt und abends wieder abholt. Super, nun bin ich überglücklich! Und das Hostel wunderschön!



Mein Zimmer



Küche

Nach der Dusche und dem Abendbrot kommt Ron nochmal vorbei und er erzählt mir von sich. Er hat eine deutsche Frau, die jedes Jahr sechs Monate in Deutschland arbeitet und den Rest der Zeit in Neuseeland ist. Auch hat er einen 16-jährigen Sohn. Wir sprechen über die Fahrradtour, meinen Eindruck von Neuseeland und den Ausflug zum Cape Reinga. Ein äußert netter Mensch, mit dem es sehr viel Spaß macht, zu reden!




Hier bleibe ich nun für die nächsten drei Nächte! Die Fahrradtour ist vorbei und die letzten Tage brechen an. Ein tolles Gefühl, da ich zum einen nicht mehr Fahrrad fahren will, mich andererseits auch schon riesig auf zu Hause freue. Noch vier Tage bis zum Flug!

PS: Außerdem geht gerade die Schachweltmeisterschaft Anand - Gelfand los und ich hab unbegrenzt Internet hier!!:-)

Position:Wainui Lodge, Russell

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