Distanz: 81 km (gesamt: 1.584 km)
Bruttozeit: 6 h
Auf der heutigen Strecke habe ich mit zwei kleineren Bergen (Waihi Saddle und Opoutere Saddle) eine Strecke mit ein paar Höhenmetern vor mir. Da hat sich mein ausgiebiges Essen gestern mit (erstmalig) selbstgemachtem Salat doch gelohnt!

Von Karangahake führt mich der Weg zunächst zurück nach Waihi. Diese Strecke ist wunderschön, erinnert sie mich doch an meine gestrige Wanderung auf dem "Karangahake Gorge Historic Walkway". Dies ist eine Wanderung durch Tunnel und Minen, durch die auch (stillgelegte) Zuggleise führen. Da kommt echtes Goldgräberfeeling auf...:-)
Von Waihi führt die Route auf den Waihi Saddle mit 236 Höhenmetern.

Eine steile Abfahrt folgt und bei Kilometer 43 erreiche ich Whangamata, die größte Stadt auf der heutigen Strecke. Und damit auch ein guter Zeitpunkt für's Mittagessen.

Kurz nach dem Absteigen spricht mich eine Ehepaar um die 50 an, die ihr Mittag ebenfalls im Café Rossini einnehmen. Sie hatten mich beim Waihi Saddle mit dem Auto überholt und sagen mir, dass die braune Brühe (von der ich fälschlicherweise annahm, dass es Erde war), durch die ich mich dort entlangschlängelte, von einem Viehtransporter stammt, der diese illegal abgelassen hat. Sie regen sich darüber auf und erzählen mir, dass dies mit Strafen bis 2.000 NZ-Dollar geahndet wird. Ungeachtet er interessanten Eröffnung dieses Gesprächs erweisen sich die beiden als sehr nette Gesprächspartner. Und wie es der Zufall will machen die beiden ihren Winterurlaub im sonnigen Europa, wovon drei Tage auch für Dresden eingeplant sind. Tja ja, die Welt ist klein...
Bei mir gibt's dann eine leckere Tomatensuppe mit Knoblauchbrot zum Mittag, ehe der nächste Anstieg auf mich wartet. Also nochmal Kraft tanken!
Auf dem Opoutere Saddle habe ich nicht nur eine tolle Sicht auf die bergige, von Wäldern bedeckte Landschaft, sondern halte erstmals auch fest, dass ich mit dem Fahrrad hier bin. Auch wenn's nur der Schatten ist...

Wieder macht das Hören von Hape Kerkelings Jakobsweg die Fahrt nach oben erträglicher.
Oben angekommen gibt mir die Abfahrt genügend Schwung mit, sodass sich die letzten Kilometer bis Tairua sehr angenehm fahren.

Und irgendwann lächelt mich auch Obelix mit seinem Hinkelstein (engl.: Pinnackle) an, sodass ich weiß: Ich bin da!

Von den Hostelbesitzern ist noch niemand da (was mir am Telefon auch schon angekündigt wurde), doch mir wurde gesagt, dass ich schon reingehen kann. Also werfe ich einen Blick ins Bestellbuch (?) und stelle mein Gepäck ab. Wenig später klingle ich nochmals an der Rezeption, worauf Pj, die wie ihr Mann Jelte friesischer Herkunft ist, kommt und auf mich den Eindruck macht, als wäre sie die ganze Zeit schon da gewesen. Sie findet es allerdings super, dass ich mich hier schon so eingerichtet habe und somit ist alles ganz locker.
Neben mir ist nur noch ein Gast im Hostel: Howard. Er ist schon pensioniert und reist wie ich durch Neuseeland. Mit zwei Unterschieden: Zum einen lebt er in Neuseeland, andererseits reist er schon seit Februar 2011. Dieser Zeitpunkt sagt schon einiges über den Grund seiner Reise aus. Zu dem Zeitpunkt ereigneten sich die Erdbeben in Christchurch. Und dort kommt er auch her. All seine Sachen sind in einem Container, sein Haus wird derzeit repariert. Die Zeit nutzt er, um zu reisen und sich zu überlegen, ob er nach Christchurch zurückgeht. Seine Söhne sind in Frankreich, eine Tochter noch nördlich von Christchurch. Ich finde, dass er mit dem Reisen eine coole Entscheidung gefällt hat. Ich frage ihn, was er denn den ganzen Tag so mache. Oh, er erkunde die Gegend, schaue gern Sport im Fernsehen und wenn er jemanden findet, spielt er gern Schach...
Na den hat er gerade gefunden! Ich frage, ob er Lust hat zu spielen, worauf er entgegnet, womit, schließlich ist hier nichts. Ich hole mein Reiseschach und so sitzen wir bald zusammen bei Carrot Cake und spielen zwei Partien.
Auch empfiehlt er mir, nicht wie ursprünglich geplant nach Whitianga, sondern nach Hahei zu gehen, wo es neben der Erkundung der Cathedral Cove auch nicht so weit zum Hot Water Beach ist.
Und somit habe ich morgen eine kurze Route...:-)
Position:Pinnackles Backpackers, Tairua
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