Dienstag, 1. Mai 2012

In den Bergen: Karangahake

Tag 17: Mount Maunganui - Karangahake

Distanz: 83 km (gesamt: 1.506 km)
Bruttozeit: 6,5 h

Die letzte Nacht habe ich schlecht geschlafen. Vielleicht lag es daran, dass mir Maik erzählt hat, er müsse 4:30 Uhr aufstehen, um 6:00 Uhr in der Küche zu sein. Mein Frühstück bestehend aus Camenbertbrötchen, Joghurt, Rührei und Saft entschädigt allerdings dafür. So sitze ich 10:30 Uhr auf dem Fahrrad und mache mich auf Richtung Karangahake. Dieser Ort ist nicht nur ein kleines Kaff, es liegt nicht mal auf meinem Weg, sondern 13,5 km abseits. Ist aber das einzige, wenn ich heute nicht schon nach 40 km das Rad wegstellen will. Dafür hat es aber mit 89% ein hohes Rating, soll also gemütlich sein.

Die Strecke startet mit unheimlich viel Verkehr bis ins 10 km entfernte Tauranga. Und es fährt sich auch anstrengend. Der Wind bläst und ich spüre, dass ich gestern schon gefahren bin. Somit lege ich bereits nach 15 km eine Pause ein. Wo? In Bethlehem!







Die Strecke bleibt danach weiter verkehrsreich, doch ist meist ein breiter Fahrradstreifen vorhanden. Der Wind lässt Gott sei Dank nach, doch die Gegend wird hügeliger.




Es ist heute einfach nur anstrengend und ich überlege, vielleicht doch nur die 40 km bis nach Katikati zu fahren. Doch irgendwas, sei es die Faulheit abzusteigen, in Karangahake abzusagen und in Katikati zu buchen oder das Gewissen, das Gebuchte abzusagen, lassen mich weiterfahren.
14 Uhr komme ich dort an und lasse mir bei einem Bäcker mein spätes Mittagessen schmecken. 40 km sind es noch. Die Strecke zieht sich, irgendwann höre ich nebenbei Musik.




Auf den letzten Kilometern nach Karangahake wird die Umgebung bergig, doch die Straße bleibt flach. Irgendwann hält ein Auto vom Department of Conservation (DoC) vor mir. Der Fahrer zeigt mir den Radweg auf der anderen Seite des Flusses und beschreibt mir den Weg bis zum Hostel. Dies ist nicht nur ein Rad-, sondern auch ein Wanderweg, der entlang des Ohinemuri Rivers durch die Natur führt.




Erstmalig geht der Weg durch einen 1 km langen Tunnel, der früher wohl als Eisenbahnstrecke genutzt wurde.







Richtig spannend das letzte Stück! Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Hostel. 17 Uhr bin ich da.




Judy ist eine ältere Dame, die mit ihrem Mann John das Hostel führt. Sie ist sehr freundlich und zeigt mir das sehr gemütliche Hostel mitten zwischen den Bergen.




Das ist das, was ich an Neuseeland so liebe: die Vielfalt. Es gibt Berge, Vulkane, Regenwald, weiße Sandstrände... für jeden ist was dabei und für jemanden wie mich, der sich nicht entscheiden kann, optimal!
Da Hostel und Gegend so einen super Eindruck machen und Judy mir ein paar Wanderstrecken zeigt, beschließe ich, meinen Aufenthalt gleich um einen Tag zu verlängern. Für heute abend und morgen früh habe ich noch genügend Essen dabei und das reicht aus.
Nach einer heißen Dusche schreibe ich meinen Blog und dann heißt es: Abendbrot machen, vor den Kamin und "The Bucket List" schauen!
Somit wurde das Weiterfahren bis Karangahake also doch noch belohnt...:-)

Position:Golden Owl, Karangahake

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