Distanz: 90 km (gesamt: 928 km)
Bruttozeit: 6 h
Heute liegt die letzte Strecke vor dem Ruhetag vor mir. Ein Glück, denn meine Lust, sich auf das Fahrrad zu setzen, hält sich gerade stark in Grenzen. Und auch die Fahrt beginnt nicht gerade positiv. Vier junge Maorijungen und ein Maorimädchen stehen um einen Jucy Rental Camper versammelt und versuchen, das Auto aufzubrechen. An einer total befahrenen Straße! Ich bleib 20 m davon entfernt und bin unschlüssig, was am besten zu tun ist. Ich entscheide mich fürs Weiterfahren und will mich aus der Sache raushalten. Doch nach einem Kilometer packt mich mein Gewissen und ich will umkehren, zum YHA und darüber die Polizei informieren. Genau in diesem Moment überholt mich aber ein solches Polizeiauto und ich fuchtele wie wild mit der Hand, um den Wachtmeister zum Anhalten zu bringen. Der reagiert jedoch nicht, wird aber langsamer und biegt links in die Straße, wo direkt die Polizeistation ist. Ich folge ihm und erkläre ihm beim Aussteigen, was ich gesehen habe. Er ist nett, bleibt relativ gelassen, fragt mich sogar, wo ich mit dem Fahrrad hinfahre. Er hat gerade einen Termin, wird aber einen Kollegen schicken. Na gut, hoffentlich bringt es was.
Nach diesem Morgenereignis heißt es wieder zu strampeln. Am Anfang führt es mich entlang des Pazifiks, bevor es wieder ins Landesinnere geht.

Die heutige Etappe ist leicht hügelig, doch wenn's steil hoch geht, schiebe ich meist. Das hat sich als die kraftsparendste Methode herausgestellt.
Bei Tolaga Bay nehme ich bei einem Bäcker ein kurzes Mittag ein und kann mir endlich Wasser kaufen. In Gisborne hatte ich mir nämlich Wasser aus der Leitung abgefüllt, was jedoch total verchlort war. Auch merkt man zunehmend, bei den Maori zu sein, was eine spannende Erfahrung ist, da man nun den Tourismus gegen Kultur und Geschichte austauscht. Auch die Bauarbeiter und Truckfahrer sind Maori. Wenn mir ein solcher Truck entgegenkommt, heb ich meist die Hand zum Gruß und sie grüßen zurück.
Von Tolaga Bay sind es noch 35 km und gute zwei Stunden später führt der Weg nochmal über einige Höhenmeter, bevor ich nach Tokomaru Bay einrolle.

Ein netter kleiner Ort direkt am Wasser. Zum Hostel führt es über einen kleinen Berg und ich bin da: Brian's Place!


Super gemütlich ist es hier und ich werd gleich von Kira und ihren Haustieren begrüßt:

Ein Ort, wie er im Buche steht. Ruhige Gegend, Blick aufs Meer und Kamin im Wohnzimmer!

Die Holztreppe führt zur Dachluke, meinem Schlafbereich!

Am Abend unterhalte ich mich bei brennendem Kamin mit einem Ehepaar aus den USA, die auf 2000 m in den Rocky Mountains leben. Urgemütlich!
Am nächsten Morgen wecken mich die Sonnenstrahlen. Ein Blick Richtung Ozean sagt: ein guter Tag, um auszuspannen!
Frühstück nehme ich auf der Terasse ein und ich bekomme immer mal wieder Besuch!

Ich geb zu: Hier lässt es sich aushalten...;-)
Position:Brian's Place, Tokomaru Bay
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen