
Sarah und Annick, die ich in Wellington kennengelernt habe und die versehentlich einen Tag eher gefahren sind, empfangen mich hier. Cool, wann wird man schon mal von der Haltestelle abgeholt:-)
Wir verabreden uns für die Hot Pools am Abend, doch vorher gehts noch zum Check-in ins Hostel. Ich bin im Riverstone Backpackers unterbracht und das hohe Rating hält, was es verspricht. Auch treffe ich Hermann wieder, einen Schweizer (schon wieder!), den ich kurz im Abel Tasman National Park traf.
Ich schließ meine Sachen nur kurz weg und mache mich auf Richtung Zentrum, wo Sarah, Annick und Matthias (natürlich Schweizer) warten und wir unser Abendbrot einnehmen: Spaghetti Carbonara for Take-away.
Annick und Sarah sind glücklicherweise immer auf "Hochdeutsch" umgestiegen, während Matthias beim Switzerdütsch bleibt und es mir manchmal wesentlich leichter fallen würde, wenn er Englisch sprechen könnte. Aber gut, dann hör ich genau hin und frag zur Not nach.
Mit Sarah und Matthias gehts auf zu den Hot Pools, Annick hat Kopfschmerzen und legt sich schon hin.

Bei den Thermalquellen angekommen, kommt mit gleich der Schwefelgeruch (faule Eier) entgegen, von dem mir schon einiges erzählt wurde, Doch man gewöhnt sich schnell daran und somit gehts auf in die Entspannung.
Das Wasser ist recht heiß, lange halte ich es hier nicht aus und somit kommen kalte Duschen und kurze Spaziergänge noch mit dazu. Na wenn das nicht gesund ist!
Der nächste Tag. 5:30 Uhr klingelt der Wecker, heute gehts zum Tangariro Crossing. Sie gilt als die schönste Wanderung Neuseelands, auch wenn die Neuseeländer "mit solchen Superlativen recht freigiebig sind" (Zitat Radreiseführer). Marietta aus Wellington hatte mir empfohlen, neben der Hauptroute (19,4 km) den Aufstieg zum Mt. Ngaruhoe (2291 m) (ich habe bislang niemanden den Namen aussprechen hören), der auch als Mount Doom (aus Herr der Ringe) bekannt ist, zu nehmen. Na mal schauen!
Zur besseren Übersicht das Höhenprofil:
7 Uhr kommen wir per Shuttle am Mangatepopo Hut an. Viele Leute sind hier, aber das ist nicht weiter schlimm, später wird sich noch alles verteilen. Im Moment ist es noch recht kalt, ich laufe mit T-Shirt, Unterziehjacke, normale Jacke und Regenjacke los. Es herrscht leichter Nebel, der dem ganzen einen mystischen Touch verleiht:

Es macht riesig Spaß, hier zu laufen. Neuseeland hat in mir definitiv die Lust am Wandern geweckt!
Irgendwann erreichen wir die Sodasprings und wieder kommt der Schwefelgeruch auf. Von hier hat man einen klasse Ausblick ins Tal.

Wenig später erreichen wir die letzte Toilettenmöglichkeit, welche ich fast überlaufe, da ich wissen will, wie es weiter geht. Das sollte ich ein paar Stunden später noch bereuen.
Langsam kommt die Sonne raus (Sachenwechsel ist angesagt!) und es geht steil auf zum South Crater.


Dort oben angekommen bietet sich die Möglichkeit, auf Mount Doom (2291 m) hochzusteigen (zusätzliche 3h zu den 19 km). Ich fühl mich (noch) hochmotiviert und kann es kaum erwarten, dort hoch zu kommen. Es führen keine Wege nach oben, sondern nur eigens gewählte Routen über Geröll und Vulkangestein.

Ein großes Abenteuer, hier lang zu wandern. Nach 45 Minuten lege ich eine kleine Pause ein und hab die Möglichkeit, einen kleinen (nachträglichen) Ostergruß zu hinterlassen.
Also gehts weiter bergauf. Die restlichen Meter ziehen sich ganz schön, ich versuche meist, festes Vulkangestein zu betreten, da beim Laufen auf Geröll zwei Schritten nach vorn dem Rutschen von einem Schritt nach hinten folgt.
Und irgendwann erreiche ich überglücklich den Gipfel. Der Ausblick belohnt definitiv für die Anstrengung:



Ich laufe um den Vulkan, stärke mich kurz (Hauptmahlzeit bildet heute eine Packung Studentenfutter und Schokolade) und mach ein paar Fotos. Der Ausblick ist wirklich grandios, doch es sind noch ein paar Kilometer vor mir. Der Abstieg läuft super, auf dem Geröll entwickelt jeder seine eigene Technik. Ich entscheide mich für die "Hacken-Methode". Und es geht extrem schnell, nach einer halben Stunde bin ich unten. Es ist jetzt 13 Uhr und es liegen noch 14 km vor mir. Die Füße schmerzen langsam und es fällt zunehmend schwerer, die Landschaften zu genießen, zumal die Tour zum Mount Doom, einfach schon so krass war, dass der Rest "nicht mehr so besonders ist" (was natürlich nicht stimmt!). Trotzdem einfach mal ein paar Eindrücke vom weiteren Verlauf:
Der Rückblick auf Mount Doom

Der weitere Weg zum Red Crater

Ankunft am Red Crater

Die Emerald Lakes

Und nach 13 km endlich die Hütte mit Trinkwasser und anderen Möglichkeiten...:-)

6 km liegen jetzt noch vor mir und ich lieg gut in der Zeit, sodass ich den Shuttle Bus gerade so erreichen sollte.

Das letzte Stück führt durch den Regenwald, endlich etwas Schatten.

Völlig geschafft, aber zufrieden komme ich am Carpark an. 9,5 h ging die Wanderung! Jetzt sehne ich mich nur noch nach einer Dusche, einer kalten Cola samt Pizza und der bequemen Couch im Hostel.
Es verläuft wie gewünscht, auch wenn der Polizist, der neben meinem Fahrrad ohne Licht und ohne Helm, vorbeifährt hätte härter durchgreifen können, als "No light, no helmet, please drive on the footpath!" zu sagen. Aber er rettet mir den Abend und ich bin ihm sehr dankbar dafür.
Die Nacht schlafe ich tief und fest. Als ich aufwache ist schon niemand mehr im Raum. Doch es ist auch erst 8:15. Alles Frühaufsteher hier! Es herrscht eine gute Stimmung im Hostel.

Na dann, bis zur nächsten Wanderung!
Position:Riverstone Backpackers, Turangi

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen