Sonntag, 15. April 2012

Gegenwind, Berge und Überraschung

Tag 7: Taupo - Rangitaiki

Distanz: 42 km (gesamt: 510 km)
Bruttozeit: 5 h

Ich starte recht spät aus dem Hostel, da noch einiges zu tun ist. 11:10 gehts los und streckenmäßig Richtung Napier gehen (140 km), jedoch nicht an einem Tag. Es erweist sich als schwierig, eine Unterkunft auf der Strecke zu finden, da es sich um eine typische Truckerroute handelt. Aber in Rangataiki gibt es eine Taverne für 30 Dollar die Nacht. Die 40 km bis dorthin klingen nach einem leichten Tag.
Doch schon bald werde ich vom Gegenteil überzeugt. Ich verabschiede mich vom Lake Taupo




und biege auf die Taupo-Napier Road ab. Dass es nun von 380 auf 750 Höhenmeter hochgeht weiß ich. Doch dass noch Gegenwind dazu kommen könnte habe ich nicht auf dem Schirm. So bin ich heute viel am Schieben.




Bei dieser Landschaft kann der Wind gut durchblasen. Mein Tacho zeigt mir stundenlang Geschwindigkeiten zwischen 8 und 12 km/h an. Ich hab das Gefühl irgendwie überhaupt nicht voran zu kommen.
Bei Kilometer 30 erreiche ich dass Rangitaiki Plateau. Die Landschaft ändert sich kaum:




Bin ich froh, wenn ich ankomme! 15:30 erreiche ich die Rangitaiki Lodge. Rangitaiki (zumindest das, was ich sehen kann) besteht aus 4 Häusern. Das muss meine Unterkunft sein. Ich stell mein Fahrrad ab, gehe zur Bar und sag, dass ich angerufen hab und hier übernachten möchte. Die "Rezeptionsdame" lässt sich nichts anmerken und zeigt mir mein Bungalow. Mann, das sieht gut aus, hier bekomme ich für die 30 Dollar aber richtig was! Auf ihre Aussage, dass ich bzgl. des Preises noch mit der Inhaberin sprechen muss entgegne ich, dass wir am Telefon 30 Dollar ausgemacht haben. Jetzt schaut sie wirklich komisch. Irgendwas stimmt doch hier nicht. Ich zeige der anderen Angestellten die Nummer und der Irrtum stellt sich heraus. Ich muss zur Rangataiki Tavern, nicht zur Rangataiki Lodge. Ich hätte mir einfach nicht vorstellen können, dass es in diesem Kaff zwei Unterkünfte gibt! Ich frag noch kurz, wie weit es ist und bekomme die Antwort: "Nur die Straße lang!". Na gut, weit kann es nicht sein, Rangataiki ist ja klein. Und dann sind es noch ganze 5 Kilometer! Zwischendurch bin ich gut am Fluchen: erst denke ich, dass ich da bin und dann das!
Ein kleiner Eindruck bei der Ankunft:








Und meine Unterkunft:








Was auf den ersten Blick ernüchternd wirkt, erweist sich bald als großer Gewinn und mein Frust von der heutigen Tour dreht sich komplett um 180 Grad!
Endlich spüre ich mal, unter Neuseeländern zu sein und nicht unter Backpackern. Endlich aus dem Tourismus raus!
Nach einer Dusche setze ich mich in den Kneipen- und Barbereich und unterhalte mich mit einem Kiwi (Neuseeländer).

Nur kurz nebenbei: Kiwi hat in Neuseeland drei Bedeutungen:
1) Neuseeländer (Maori sind die Ureinwohner)
2) Frucht
3) Vogelart

Der Kiwi gibt mir ein paar Tips und es macht Spaß, sich mit ihm zu unterhalten. Auch kommt bald ein Belgier vorbei, der auch mit Fahrrad unterwegs ist. Er kommt heute von Napier, also die Strecke, die ich morgen machen möchte. Und er ist vollkommen fertig. Na das sind ja gute Aussichten...
Die Inhaber des Hostels sind Duncan und Marian.




Und es ist urgemütlich hier! Der Kamin heizt schön, Duncan spielt mit Lundsay (Kiwi) Billard, der Hund von Lundsay rennt durch den Raum, der Fernseher läuft und bei mir gibts einen Bacon & Egg Burger. Was will ich mehr?:-)








Position:Rangataiki Tavern, Rangataiki

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