Christchurch verlasse ich nun endgültig, wirklich eine Stadt mit Charakter, auch wenn viele Backpacker sagen, hier sei nichts los, ich mag die Stadt!
Mit dem Zug gehts es nach Picton, der Übergangspunkt zur Nordinsel. Wir halten unterwegs kurz in Kaikoura, der Ort, der für Whale-Watching bekannt ist. Von der Küste sieht man die Wale natürlich nicht, aber die ganze Zeit am Ozean entlang zu fahren hat etwas!
In Picton schwing ich mich aufs Rad, suche eine Zeit mein Hostel und irgendwann lächelt es mich von der Höhe aus an:

Eines der besten Hostels hier. Ähnlich wie beim deutschen Jugendherbergsausweis kann man in Neuseeland Mitglied bei BBH sein und bekommt dann pro Nacht ca. drei Dollar Rabatt, was sich schon nach acht Nächten rechnet. Es gibt ein Heft mit allen BBH-Hostels, bei dem jedes ein gewisses Rating erhält, was Aufschluss über Sauberkeit, Service, Freizeitangebot, usw. gibt. Das Hostel in Picton ("Tombstone Backpackers") hat ein Rating von 93%, das höchste, was ich bisher erlebe. Und die Ausstattung kann sich sehen lassen: Hot Pool, kleine saubere Zimmer mit eigenem Bad, freies Frühstück, zwei Katzen und Billardtisch sind nur ein paar Features (sorry, mir fällt gerade kein anderes Wort ein). Am Tag schaue ich mir Picton an, aber außer Einkaufsstraße, Bibliothek mit freiem WLAN und Hafen ist hier nicht viel.

Außer die Wanderungen und der Queen Charlotte Track, doch dafür fehlt mir jetzt die Zeit. Somit verläuft der Tag eher...hmm... sagen wir praktisch. Wäsche waschen, einkaufen, lesen. Und wieder ein Mal zeigt sich, wie klein die Welt ist: Ich lern zwei Leipziger kennen und sag ihnen, dass ich sehr lange kein Skat gespielt habe und darauf echt Lust hätte. Wenig später sitzen wir im Gemeinschaftsraum:

Am nächsten Tag geht mein Bus 12:30 Uhr, der mich nach Nelson bringt. Ich hab wieder nur das Nötigste eingepackt, mein Fahrrad und das restliche Gepäck lasse ich hier, denn in zwei Tagen sieht mich der Ort wieder.
Was ich fast etwas bereue, denn Nelson entpuppt sich nicht nur als die bisher schönste Stadt...


...sondern auch als die Stadt mit dem gemütlichsten, familiärsten und angenehmsten Hostel: Trampers Rest!


Was ist hier anders? Es sind viele Kleinigkeiten... es ist eher wie ein Wohnhaus eingerichtet, was sich auch durch die Hostelbesitzer Alan und Piri sowie deren vierjährigen Sohn Jamie unterstreichen lässt. Es wird viel Free Food angeboten, ich kann mir frische Teeblätter aus dem Garten holen. Es machen einfach die vielen Details hier aus. Und, dass nur zehn Gäste hier sind.
Mit dem Hostelbesitzer Alan komme ich gleich ins Gespräch. Es ist angenehm, mit ihm zu reden. Er ist in den frühen Sechzigern und lebt seit seinem 27. Lebensjahr in Neuseeland. Seinen britischen Akzent hat er allerdings nicht verloren und es ist bei weitem der schönste!
Er hat früher auch Schach gespielt und hat unzählige Fahrradtouren durch Neuseeland gemacht. So reden wir fast eine Stunde über meine Pläne auf der Nordinsel.
Den ersten Abend zieht es mich aber nochmal in die Stadt und so folge ich der Lonely-Planet Empfehlung ins Restaurant "When in Rome". Also etwas nobler heute... Die Bruschetta ist auch sehr knoblauchintensiv. Abends im Bett liegend fragt mich Katy (Mitbewohnerin), was in unserem Raum so stark nach Knoblauch riecht. Hm.... Doch nicht ich war es, sondern der sobald entfernte Fressbeutel eines anderen Backpackers...:-)
Na dann, gute Nacht!
Position:Trampers Rest, Nelson
Das Hostel sieht wirklich aus, wie ne total gemütliche WG! Na hoffentlich kommst du uns unter diesen Bedingungen auch wieder nach DD zurück;-)!
AntwortenLöschen