Distanz: 122 km (gesamt: 737 km)
Bruttozeit: 8,5 h
Nach zwei Ruhetagen in Napier soll es für mich nun die nächsten Tage entlang der Ostküste gen Norden gehen. Ehrlich gesagt hatte ich die Etappe heute auch schon für gestern geplant, doch ein etwas zu spätes Losfahren, ein erneuter Wunsch des Apothekenbesuchs und ein (zu) großer Respekt vor der Strecke ließen mich noch in der Architekturstadt Napier verweilen. Somit saß ich schon 7:45 Uhr auf dem Rad und mit vier geschmierten Brötchen geht's auf Richtung Wairoa.
Die ersten 25 km verlaufen flach und führen mich entlang des Pazifischen Ozeans, der zu meiner Rechten liegt.

Der Weg entfernt sich jedoch rasch und bald geht es auf ca. 300 Höhenmeter hoch (Glenview).
Dabei motiviert mich meist ein Blick auf die Karte (Wie hoch muss ich?) und mein Fahrradcomputer (Wie hoch bin ich gerade?). Meist geht es schneller, als ich denke. Die folgende Abfahrt ist sehr angenehm und bietet auch landschaftlich einiges.

Die Auf und Abs gehen weiter. Zwischenzeitlich erinnert mich die Landschaft wirklich stark an "Der Herr der Ringe". Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck...;-)

In Putorino (Kilometer 60) hatte ich eine Mittagspause eingeplant, zumal es hier ein Pub gibt. Ich stell mein Fahrrad ab und gehe zur Theke. Die Bedienung murmelt irgendwas, von dem ih kein Wort verstehe, auch reagiert sie nicht weiter auf meinen fragenden Blick oder mein Warten, sodass ich weiterziehe. Mein Hunger ist nicht groß und Energie hab ich auch noch. Am Waikoau River mache ich kurz Stop und nehme meine Brötchen zu mir. Dabei bemerke ich, dass der Schraubverschluss des Saftes nicht die erwartete Dichtheit hat - schöne Sauerei. Na ja, im Drysack ist nichts wichtiges weiter drin. Aber Getränke sollten in Zukunft wohl eher nicht transportiert werden...
Die Strecke bleibt anspruchsvoll hügelig, ist aber insgesamt wenig spannend. Vielleicht liegt das auch an der zunehmenden Gewöhnung. Oder auch der Erschöpfung und dem Wunsch, endlich anzukommen. Doch die Strecken sind nicht immer freiwillig so weit geplant, meist diktiert das Vorhandensein von Unterkünften die zu fahrende Distanz.
In jedem Fall komme ich noch am höchsten Viadukt Neuseelands vorbei, dem Mohaka Viadukt:

Es folgt der letzte Anstieg des Tages auf den Taumatataua Hill (250 m) und ab dann geht es flach - na endlich!
Nach 25 km erreiche ich das etwas verruchte Wairoa. Die Arbeitslosigkeit führt laut einigen Gesprächen mit Einheimischen zu Diebstählen und ähnlichem, weshalb man hier auf seine Sachen etwas besser aufpassen muss. Die Warnung in meiner Unterkunft bestätigt das:

Insgesamt fühle ich mich in der Stadt auch nicht sehr wohl, was aber nicht schlimm ist, da ich völlig kaputt bin und nur noch essen und schlafen will. An der Rezeption arbeitet ein Maori, was ich sehr spannend finde, da ich somit mal die Möglichkeit habe, mich mit einem Ureinwohner zu unterhalten. Er empfiehlt mir das Take-Away nebenan und so gibts Fried Rice with Honey Chicken zum Abendbrot. Hat ausgezeichnet geschmeckt! 19 Uhr lege ich mich hin, lese noch etwas und falle zum Abschluss des Tages in einen 11-Stunden-Schlaf.
Position:The Clyde Hotel, Wairoa
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